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Artenvielfalt in Österreich

Und wie wir sie schützen können


„Biodiversität sichert die Lebensgrundlagen und ist eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen hängen ebenso von der Natur, ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemleistungen ab...“, so lesbar auf der Website des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Dass die Biodiversität schützenswert ist, liegt auf der Hand – umso dramatischer, dass sie leider tagtäglich aufs Neue bedroht wird.

Was bedeutet Biodiversität?

Biodiversität wird oftmals auch als biologische Vielfalt bezeichnet. Sie umfasst drei Bereiche, die eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die Vielfalt der Ökosysteme (Wälder, Meere etc.) und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Sie bezeichnet die Variabilität aller lebenden Organismen und die biologische Wechselbeziehungen zwischen ihnen und der natürlichen Umwelt. Die Natur hat sich über Jahrmillionen über diese Wechselwirkungen zu dem entwickelt, was wir heute unser Zuhause nennen dürfen.


Verlust der Artenvielfalt! Was ist die Ursache?

Österreich ist vom Verlust der Artenvielfalt besonders betroffen, zählt es doch mit seinen rund 68.000 Arten zu den artenreichsten Ländern Mitteleuropas. Die Rote Liste der bedrohten Arten in Österreich ist lange. 36 % der Brutvögel, 37 % der Säugetiere sowie 60 % der Fische sind vom Aussterben bedroht. Synthetische Stickstoffdünger, Pestizideinsatz, Flurbereinigungen, Drainagen und der Einsatz von schweren Maschinen tragen wesentlich zum drastischen Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Eine der Hauptursachen des Artenrückgangs ist deshalb die intensive Landwirtschaft.

In Österreich werden jährlich rund 12.900 Tonnen synthetische Spritzmittel auf konventionell bewirtschafteten Feldern ausgebracht. 2020 waren hierzulande insgesamt über 1.500 Pflanzenschutzmittel zugelassen, darunter 41 sogenannte Notzulassungen von teils problematischen Pestiziden, die für das Jahr 2021 aufrecht sind. Einerseits fördert die heimische Politik die Artenvielfalt mit einem Biodiversitäts-Fonds in der Höhe von 5 Millionen Euro, andererseits werden aber im nächsten Moment Pestizide „(not)zugelassen“, die alles wieder zerstören. Gespritzt wird in der konventionellen Landwirtschaft in erster Linie gegen „Unkraut“ (Herbizide), Pilze (Fungizide) und Insekten (Insektizide). Dass diese oft bedenklichen Stoffe nicht nur kurz auf den Feldern bleiben, sondern in die Luft und ins Wasser gelangen und nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten, liegt auf der Hand.

Traurige Berühmtheit erlangte das Insektizide Neonicotinoide, dass unterem anderem für das Bienensterben verantwortlich gemacht sind. Die Verunreinigungen, die überall vorhanden sind, bedrohen nicht nur Nützlinge, unsere Gesundheit und die Natur, sondern langfristig auch die biologische Landwirtschaft, die auf die Artenvielfalt und die Bestäubung durch sogenannte Nützlinge angewiesen ist. Neben der Bestäubung werden Nützlinge in der Bio-Landwirtschaft durch gezieltes Ausbringen im Übrigen auch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen benötigt, da auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.


Biolandbau fördert Artenvielfalt

Die biologische Landwirtschaft steht für den Erhalt der Artenvielfalt. Das zeigen laut Forschungsinstitute für biologischen Landbau kurz FiBL auch zahlreiche wissenschaftliche Studien. Biobetriebe haben im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Höfen und abhängig von Höhenlage zwischen 46 und 72 Prozent mehr naturnahe Flächen und beherbergen 30 Prozent mehr Arten sowie 50 Prozent mehr Individuen. Der höhere Anteil an naturnahen Flächen, die geringere Anbauintensität durch mehrjährige Fruchtfolge, Blühstreifen und Heckenpflanzung entlang der Ackerflächen sowie der verstärkte Anbau von Raritäten unterstützen das Vorkommen von seltener und gefährdeter Pflanzen- und Tierarten auf Biobetrieben.

  • Uns freut es deshalb besonders, dass es sich ein seltenes Blaukehlchen-Pärchen zum Nestbau auf unseren Feldern in Alkoven heimelig gemacht hat. 2.000 m² Chinaschilf lassen wir in Absprache mit einem renommierten Ökologen zum Schutz des Pärchens stehen. Mit weniger als 30 Brutpaaren ist das Blaukehlchen in OÖ stark nämlich gefährdet. Mehr Informationen wie wir als Biohof dazu beitragen die Artenvielfalt in OÖ zu schützen, erhältst du in unserem Artikel „Natürliche Vielfalt groß geschrieben“.

Artenvielfalt nützt den Bauern

Die Landwirtschaft ist Verursacher und zugleich großer Verlierer des fortschreitenden Insektenschwunds. Die Artenvielfalt ist nämlich die Grundlage für das Funktionieren wichtiger Prozesse im Naturhaushalt. Artenreiche Lebensräume passen sich besser an Umweltveränderungen an. So sind Bergwiesen mit großer Artenvielfalt in Trockenphasen ertragsstabiler, weil sie weniger erodieren und eine geringere Verdichtung der Böden im Biolandbau fungiert als natürlicher Hochwasserschutz.

Müssen wir in der Landwirtschaft auf die Bestäubungstätigkeit von Insekten verzichten, drohen bei Nahrungsmitteln wie Kakao, Wassermelonen oder Kürbissen Ernterückgänge von über 90 Prozent. Kirschen-, Äpfel- oder auch Gurkenernten würden um 40 bis 90 Prozent schrumpfen. Bei nur 7 von 107 untersuchten pflanzlichen Lebensmitteln würde dagegen kein Ernterückgang verzeichnet werden, zeigte eine Untersuchung des Weltrats für Biodiversität (IPBES).

Die auf Biobetrieben festgestellte höhere Biodiversität und Artenvielfalt beeinflusst folgende wichtige ökologische Prozesse nachweislich:

  • Bestäubung 
  • Erosionsverminderung von Ackerböden 
  • Dungabbau in Weiden 
  • Natürliche Schädlingsreduktion im Boden und in Kulturen

Was passiert, wenn wir so weitermachen?

Der Verlust der Biodiversität und Artenvielfalt wirkt sich auf unser gesamtes Ökosystem aus. Einige Forscher vergleichen das Artensterben unserer Zeit mit den fünf Massensterben der vergangenen 500 Millionen Jahre. Nur dass heute keine Meteoriten oder gigantische Vulkanausbrüche verantwortlich sind, sondern wir – der Mensch. Niemand weiß genau, ob unser Ökosystem seine Leistung auch dann noch erbringen kann, wenn 30 bis 50 Prozent aller Arten ausgestorben sind.

Artenvielfalt im eigenen Garten fördern

Unsere intensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft wirkt sich negativ auf die Artenvielfalt aus. Kein Wunder also, dass viele Arten Zuflucht in unseren Gärten suchen. Auch du kannst deinen Teil zur Sicherung der Artenvielfalt in Österreich beitragen und deinen Garten insektenfreundlich gestalten. 10 wertvolle Tipps zur Förderung der heimischen Artenvielfalt im eigenen Garten findest du auf bio-austria.at und im Folder des oberösterreichischen Bodenbündnis.

  • Unser Filmtipp: „Unsere große kleine Farm“ von John Chester
    Der Dokumentarfilm zeigt wie ein Wildlife-Filmmacher und eine Food Bloggerin ödes Wasteland in einen fruchtbaren Bauernhof verwandeln. Unterm anderem auf Amazon Video verfügbar.
*Quellhinweis: Food photo created by aleksandarlittlewolf - www.freepik.com

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