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Zwei Überflieger in Sachen Nachhaltigkeit

Biohof Achleitner und Grüne Erde

18.12.2023

Tief verschneite Landschaft, gemütliche Skihütte, jugendlicher (Über)mut – schon bei gemeinsamen Skiausflügen in der Jugend haben die beiden Geschäftsführer erfolgreicher, nachhaltiger Unternehmen, Günter Achleitner (Biohof Achleitner) und Reinhard Kepplinger (Grüne Erde), Mut für große Sprünge bewiesen. Von Günters Erfahrungen im Skispringen motiviert, nutzten die beiden die schneebedeckte Skihütte als Schanze und lieferten sich Wettkämpfe, wer am weitesten springt. 

Beide wuchsen in Eferding auf und lernten sich in ihrer Jugendzeit kennen. Auch als Reinhard zum Studieren nach Linz zog, brach der Kontakt nicht ab. Günter war ein gern gesehener Gast in Reinhards WG und einmal jährlich wurde gemeinsam eine Skihütte gemietet. 

Der Mut zu großen Sprüngen und zum Absprung ins Ungewisse begleitete die beiden auch in ihr Berufsleben. Während die Themen „Bio“ und „Nachhaltigkeit“ damals in der Gesellschaft noch keine gängigen Begriffe waren, spiegelten sie die Grundgedanken von Günter und Reinhard wider und sind heute die Grundpfeiler ihrer beiden erfolgreichen Unternehmen.


Die eigene Landwirtschaft und eine grüne Kiste – Bio seit mehr als 30 Jahren

Günter Achleitner und seine Frau Ilse übernahmen 1986 Günters elterliche Landwirtschaft mitten im Eferdinger Becken. Diese bildet heute noch die Wurzel des Biohof Achleitners, wie er heute existiert. In der eigenen Landwirtschaft werden auf ca. 100 Hektar jährlich rund 40 verschiedene Gemüsekulturen angebaut.

Am Anfang braucht es Mut

Genau wie beim Skisprung brauchte es auch bei den Achleitners anfangs Mut und einen Schubs in die richtige Richtung, um den Schritt ins Ungewisse zu wagen. Dieser „Schubs“ kam von Günters Onkel Hans Gahleitner. Durch seinen Einfluss und sein Bio-Pionier-Denken wagten Günter und Ilse den Sprung in Richtung Nachhaltigkeit und stellten den gesamten Betrieb im Jahr 1990 auf Bio um. Das erzeugte Gemüse, sowie Produkte von anderen Bio-Erzeugern aus der Region wurden damals in einem kleinen Hofladen verkauft. 

Ein paar Jahre später inspirierte sie ein Vorsorgemediziner und guter Freund zur Idee eines biologischen Lieferservices. Seit 1998 stellt der Biohof mit der Biokiste Lebensmittel in Bio-Qualität an Haushalte, Firmen, Schulen und Kindergärten zu.


Durch die wachsende Kundenanzahl bestärkt, wurde in den darauffolgenden Jahren der nächste Absprung gewagt. 2005 eröffnete der Biohof Achleitner in seiner heutigen Form seine Pforten. Ein paar Kilometer entfernt von der Landwirtschaft haben die Biokiste, ein Bio-Großhandel sowie der Bio-Frischmarkt mit angeschlossenem Bistro, dem Bio-Kulinarium, Platz gefunden. 

Mittlerweile haben am Biohof Achleitner rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen sinnerfüllten Arbeitsplatz gefunden. Ein Netzwerk aus über 190 biologischen, großteils regionalen Partnerbetrieben und kleinbäuerlichen Erzeugern bringt die Vielfalt in das umfassende Produktsortiment. 
 

Alles begann mit einer Matratze - grüne Pioniere in Sachen Wohnen

Das Unternehmen Grüne Erde ist seit der Gründung 1983 Pionier auf dem Gebiet des natürlichen, ökologischen Schlafens und Wohnens. Das Sortiment hat sich seit dem ersten Produkt, einer aus Naturfasern handgefertigten Matratze, stark erweitert und umfasst heute auch Mode und Kosmetik – alles aus nachwachsenden Rohstoffen, ohne Plastik und Petrochemie, mit möglichst kurzen Transportwegen und möglichst niedrigen CO₂-Emissionen. 

Reinhard Kepplinger stieg 1985 als freiberuflicher Mitarbeiter bei der Grünen Erde ein. In verschiedenen Tätigkeiten vom Marketing und Einkauf über Controlling und IT bis zum Produktentwickler und Produktionsleiter lernte Reinhard die Grüne Erde in all ihren Bereichen kennen. 1993 übernahm er gemeinsam mit Kuno Haas, einem Freund aus Studienzeit, das Unternehmen.

Frühes Bewusstsein für Umweltthemen

Die ersten Berührungen mit ökologischen Themen hatte Reinhard in den 70er Jahren. Er erinnert sich an gelbe Schaumberge in der Aschach, verursacht durch Abwässer einer Gerberei oder die nach faulen Eiern stinkende Abgaswolke über der Industriestadt Linz. Im Studium macht er sich Gedanken über umweltgerechte und sozialverträgliche Alternativen zum gängigen Wirtschaftssystem. „Ich wollte nie einen der üblichen Jobs für BWL-Absolventen bei einem internationalen Konzern oder in der Industrie. Es war damals schon offensichtlich, dass all diese Unternehmen und ihre Produkte der Natur und den Menschen langfristig schaden. Ich wollte für ein Unternehmen arbeiten, hinter dessen Produkten und Grundwerten ich voll und ganz stehen kann“, so Reinhard.


Wie der Biohof Achleitner im Bereich Lebensmittel will Reinhard mit der Grünen Erde das kritische Denken der Konsumentinnen und Konsumenten anregen, ihr Bewusstsein für die Wichtigkeit eines naturgerechten Lebens fördern und ihnen dafür umweltfreundliche Alternativen anbieten. Und so wie Günter andere landwirtschaftliche Betriebe von der Umstellung auf Bio überzeugt, ist auch die Grüne Erde Inspiration und Vorbild für viele Unternehmen konsequent sozial- und umweltverträglich zu handeln.
 

Gemeinsam vom Skisprung Richtung Nachhaltigkeit

Auch wenn sich Günter Achleitner und Reinhard Kepplinger in der Jugend beim Skispringen oft heiße Wettkämpfe geliefert haben, haben sich die beiden auch immer gegenseitig angefeuert und Mut gemacht, weiterzumachen. „Letzteres ist auch heute in einer gewissen Art und Weise noch so“, erzählt Günter. „Die richtige ‚Haltung‘ war uns damals schon sehr wichtig“, ergänzt Reinhard.

Die richtige Haltung, also der nachhaltige Grundgedanke, nährte die Wurzeln der beiden Pioniere und führte letztlich zu einer immer größer werdenden Sehnsucht sozial und ökologisch verantwortlich zu wirtschaften. „Mit dieser Sehnsucht hat eigentlich alles begonnen“, erzählt Reinhard. 

Mensch & Natur verbinden und über den Feldrand hinausdenken

Ganzheitliches Denken ist für die Grüne Erde und den Biohof Achleitner selbstverständlich. Nachhaltigkeit endet nicht beim eigenen Sortiment. Alle Teile der beiden Unternehmen sind durchgängig ökologisch ausgerichtet. „Die konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeit in ihren verschiedenen Dimensionen und das Kreislaufdenken sind zentrale Themen für uns beide. Wir blicken ‚über den Feldrand hinaus‘ und wollen verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen und der Natur umgehen, damit die nachfolgenden Generationen auch noch eine lebenswerte Welt vorfinden“, erklärt Günter. Das ist bei einem Besuch der beiden Betriebe auf den ersten Blick erkennbar. Beide Firmengebäude sind ökologisch in der Passivhausbauweise gebaut und die Bistros beider Unternehmen kochen zu 100 % biologisch.

Gegenwind – ob beim Skisprung oder im Betrieb – haben Günter und Reinhard auf ihrem Weg begleitet.  „Das geht nicht“, oder „Was hast du dir da bloß gedacht?“ haben die Beiden nicht nur einmal gehört. „Das ist eben das Schicksal von Pionieren. Es gibt keine markierten Wege oder Fußstapfen, in die man treten kann. Man muss selbst diesen Weg freischaufeln und zeigen, dass es funktioniert – ganz ähnlich wie früher beim Skispringen“, so Reinhard. „Wir hatten damals und haben auch heute noch eine große Vision vor Augen, die uns immer wieder antreibt“, ergänzt Günter.


Die nächsten Sprünge in die Zukunft

Auch wenn es heute beide auf der Skipiste gemütlicher angehen, der Mut weitere Sprünge zu wagen, begleitet sie weiterhin. Günter hat sein Unternehmen mit Jänner 2024 an die nächste Generation übergeben. Er ist überzeugt, dass die Themen Bio, Nachhaltigkeit und Kreislaufdenken in seinem Unternehmen auch von Sohn Andreas und dem gesamten Biohof-Team weiterhin genauso konsequent umgesetzt werden. Günter selbst will weiter seinen Beitrag dazu leisten, dass 100 % Bio in Österreich einmal möglich wird. Als Berater steht er Landwirten und Betrieben zur Seite, die auf Bio-Landwirtschaft umstellen möchten. 

Große Sprünge sieht auch Reinhard in der Zukunft der Grünen Erde. Für österreichische Verhältnisse ist das Unternehmen in Bezug auf Umsatz, Mitarbeitende und Kundenzahl mittlerweile richtig groß, international gesehen, aber winzig. Sinnvolles, langsames Wachstum, um mit entsprechender Unternehmensgröße und Bekanntheit etwas auf dem Markt bewirken zu können ist Reinhards persönlicher Wunsch für das Unternehmen. „Wir wollen umweltschädlich wirtschaftenden Unternehmen Marktanteile wegnehmen und die Märkte, auf denen wir tätig sind, in eine ökologische Richtung lenken.“  

Die gemeinsame Jugendzeit, sowie der geteilte Wunsch ökologisch sinnvoll zu handeln, prägte das Leben der beiden Bio-Pioniere maßgeblich. Sie zeigen, wie aus einer großen Vision etwas SINNvolles entstehen kann. So arbeiten beide Unternehmen Tag für Tag richtig nachhaltig für eine enkeltaugliche Zukunft.

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