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Bio kann die Welt ernähren

aber wir müssen unsere Gewohnheiten ändern!


Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO geht davon aus, dass bis zum Jahr 2050 rund zehn Milliarden Menschen auf unserer Erde leben werden, wodurch auch mit einer Zunahme der benötigten Lebensmitteln zu rechnen ist. Wir werden künftig also auch mehr natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden und Energie dafür verbrauchen. Die Lösung laut zahlreichen Vertreter/innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft: Unser Ernährungssystem muss sich grundlegend verändern, denn eine weitere Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion hat keine Zukunft. Ob Bio die Welt ernähren kann, hängt also nicht von den Erträgen ab, sondern von uns allen.

Wer sichert unsere Zukunft?

Die Art und Weise, wie die Welt Nahrungsmittel produziert, muss sich radikal ändern, um Armut und Hunger besiegen und die wachsende Weltbevölkerung in Zeiten des Klimawandels ernähren zu können. Nur so kann der soziale und ökologische Kollaps vermieden werden. Kleinbäuerliche Betriebe bewirtschaften mehr als die Hälfte der globalen Anbauflächen.

Hast du gewusst, dass über 80 % der Bauernhöfe weltweit kleiner als zwei Hektar sind? Expert/innen sehen in diesen arbeitsintensiven und auf Vielfalt ausgerichteten Betrieben eine wichtige Basis für eine wirtschaftlich, soziale und ökologisch nachhaltige Lebensmittelversorgung. Denn primär sind es nicht die großen Unternehmen der industrialisierten Landwirtschaft, die die Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen, sondern vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Leider arbeiten viele dieser kleinbäuerlichen Betriebe, die meisten davon in Afrika und Asien, noch nicht sehr produktiv und haben ein großes Produktivitäts- und Nachhaltigkeitspotenzial. Wenn diese Familienbetriebe mehr ernten, besser vermarkten und verkaufen können, verringert das nicht nur die Armut in ländlichen Regionen, sondern es kommen insgesamt mehr und vielfältigere Lebensmittel auf den Markt – ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Welternährung.

  • Auch wir setzten bei unseren Partner-Betrieben auf kleinbäuerliche Strukturen und bieten mit unserer Biokiste, dem Bio-Frischmarkt und unserem Bio-Großhandel mehr als 100 zertifizierten Bio- Partnerbetrieben eine Vermarktungsmöglichkeit. Mehr dazu in unserem Beitrag: „Bei uns hat Bio echte Gesichter. „

Wir müssen unsere Ernährung umstellen

Unter- und Überernährung werden die menschliche Gesundheit künftig weltweit stark belasten, während Lebensmittelverschwendung zunimmt und die Umwelt leidet. Das ist die Prognose einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Die Reduktion von tierischem Eiweiß und eine abwechslungsreiche biologische Kost mit geringerem Fleischanteil sind die Lösung.

Stellen wir unsere Ernährung nicht um, werden wir bei gleichbleibendem Konsum und dem derzeitig hohem Anteil an tierischen Lebensmitteln sowie große Mengen an Lebensmittelabfällen und Lebensmittelverschwendung 2050 auf jeden Fall mehr Land benötigt wird – unabhängig davon, ob die Flächen konventionell oder biologisch bewirtschaftet werden, so das Ergebnis der umfangreichen Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL).

Aufgrund des Klimawandels und den damit verbundenen extremen Wettereignissen wie Dürreperioden und Starkregen kann man künftig nicht von weiteren Ertragssteigerungen ausgehen. Das heißt, es müsste zusätzlich Land durch Rodung von (Regen)Wäldern bzw. durch Umwandlung von Grasland gewonnen werden. Mit all den bekannten negativen Auswirkungen auf Umwelt und Klima.


Fakten zu unserer Ernährung

  • Bereits jetzt bedecken Weide- und Ackerland rund ein Drittel der globalen Landfläche.
  • Laut dem ORF-Schauplatz-Report „Essen ohne Wert“ werden allein in österreichischen Haushalten mehr als 200.000 Tonnen an Lebensmittel weggeworfen, das entspricht ca. einem Wert von jährlich 263 Euro pro Haushalt.
  • Laut Schätzungen entstehen rund 10 % der globalen Treibhausgasemissionen durch die Produktion von Lebensmitteln, die nicht gegessen werden und im Müll landen.
  • Die derzeitige Fleischproduktion liegt weltweit bereits bei rund 330 Millionen Tonnen pro Jahr und soll laut Prognosen bis 2050 auf rund 450 Millionen Tonnen jährlich weiter steigen.
  • Zur Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierart bis zu 10 pflanzliche Kalorien verfüttert.
  • Unser Ernährungssystem ist für rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich

So kann Bio die Welt ernähren

Weniger tierische Produkte statt mehr Pestizide,

denn die Produktion tierischer Lebensmittel verbraucht besonders viele Ressourcen wie Energie, Wasser, Boden und verursacht den Großteil der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. Für den ständig steigenden Fleischkonsum wird immer mehr Ackerland benötigt, um Futter für Tiere statt Essen für Menschen zu produzieren.

Kein Kraftfutter in der Nutztierhaltung

Ganz nach dem Motto „Feed no Food“ betonen Experten, dass Nutztiere kein Futter mehr bekommen sollten, das dem Menschen als Nahrung dienen könnte. In diesem Fall würden wir Weizen und Soja direkt essen und nicht zuvor an Tiere verfüttern und anschließend zu Fleisch veredeln. Die Vorteile kraftfutterfreier Nutztierfütterung liegen darin: Grasland, das für den Anbau von Ackerkulturen geeignet ist, würde von Wiederkäuern beweidet und die auf diese Weise produzierten tierischen Produkte würden zur Ernährungssicherung beitragen, ohne in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion zu stehen.

Weniger Lebensmittelverschwendung statt mehr Kunstdünger

Bereits im Jahr 2011 präsentierte die FAO Zahlen, die aufhorchen ließen: Laut Schätzungen werden ein Drittel aller produzierten Lebensmittel pro Jahr weggeworfen oder gehen entlang der Wertschöpfungskette verloren. Die Gründe für Lebensmittelverschwendung sind unterschiedlich: Sie liegen unter anderem in der mangelnden Abstimmung entlang der einzelnen Produktions-, Verarbeitungs- und Handelsstufen und in unseren Konsumverhalten. Beim Konsumenten im speziellen durch:

  • falsche Einschätzung des Mindesthaltbarkeitsdatums
  • Einkauf von Aktionsangeboten in zu großen Mengen
  • erhöhte optische und qualitative Ansprüche an Lebensmittel
  • fehlende Einkaufsplanung
  • falsche Lagerung von Lebensmitteln

Vor allem in Ländern des globalen Südens tragen aber auch die mangelnder Erntetechnik und ungeeignete Lager- und Transportbedingungen einen großen Teil zur globalen Lebensmittelverschwendung bei. Reduzieren wir Lebensmittelverluste und -verschwendung, können wir die freiwerdenden Flächen dafür nutzen, um einen großen Teil der Ertragslücken, die beim Bio-Landbau im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft entstehen, auszugleichen.


 

Keine Lebensmittelverschwendung am Biohof

Wir am Biohof schätzen und kennen den Wert jedes einzelnen Lebensmittels und haben es uns zur Aufgabe gemacht, sehr sorgfältig mit unseren „Mitteln zum Leben“ umzugehen, welche die Natur mühevoll hervorgebracht hat. Wir sortieren unsere Produkte sorgfältig und retournieren nicht pauschal ganze Chargen, die dann weggeworfen werden müssen. Besonders stolz sind wir, dass wir durch gezielte Planung und eine ständige Abstimmung mit unseren Bio-Partnern unsere „Ausschuss-Ware“ mit 1-2 % (statt der im Lebensmittelhandel sonst üblichen 25-30%!) ganz geringhalten halten können und selbst diese Produkte noch sinnvoll weiterverwenden.

Ausschussware wird bei uns unter anderem im Bio-Kulinarium verkocht oder Sozialmärkten, wohltätigen Zwecken, Mitarbeitern und Haustieren zur Verfügung gestellt. Obst- und Gemüse, dass für den Verzehr nicht mehr geeignet ist, landet bei uns am Bio-Kompost. So schließt sich der gesamte Kreislauf und wertvolle, aber nicht mehr verzehrfähige Produkte finden zurück in den Boden und bilden Nahrungsgrundlage für unser neues Obst und Gemüse. Mehr zu unseren Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung erfährst du in unserem Artikel: „Nix wegwerfen“ Alles verwenden, nichts verschwenden - Gelebte Philosophie am Biohof .

Wie auch du Lebensmittel retten kannst, anstatt sie zu entsorgen, verraten wir in unserem Artikel "Lebensmittel retten leicht gemacht"

Bio kann die Welt ernähren…

Eine komplette Umstellung auf Bio ist möglich, wenn wir:

  • den Konsum tierischer Produkte reduzieren
  • die Lebensmittelverschwendung eindämmen
  • unsere eigene Nahrung nicht in Großem Mengen als Kraftfutter für Tiere verwenden

Die weltweite Umstellung auf biologische Landwirtschaft würde so zu einem umfassend nachhaltigen Ernährungssystem und zur globalen Ernährungssicherung beitragen. Gleichzeitig bleibt die Artenvielfalt erhalten und unsere Luft und Gewässer bleiben vor chemisch-synthetischen Pestiziden geschützt.

 

Mehr zum Thema, allen Hintergründen im Detail sowie den ausführlichen Quellen und Studieninformationen findest du beim Verein "Engeltaugliche Umwelt" mit dessen Unterstützung und Recherche dieser Beitrag entstanden ist.

Du findest die Themen und  Ziele des Vereins genauso wichtig wie wir und möchtest dich für eine enkeltaugliche Umwelt einsetzen? Dann schau doch einmal auf deren Website vorbei.

*Quellhinweis Bild Planet: Pattern photo created by freepik - www.freepik.com

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