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Kräuter pflanzen: Tipps von Kräuterexpertin Marianne

31.03.2022

Immer griffbereit am Balkon, der Terrasse oder im Kräutergarten, das ist schon praktisch. Um lange ernten zu können, ist die richtige Pflege entscheidend. Kräuterbäuerin Marianne Brunmeir, die uns seit vielen Jahren mit Schnittlauch, Basilikum und Co. für Bio-Frischmarkt und Biokiste versorgt, hat uns ihre ganz persönlichen Tricks verraten. Einem vielfältigen und vor allem langlebigen Kräutergarten steht somit nichts mehr im Wege.

Basilikum Pflege - Mariannes Tipps:

Das beliebteste Würzkraut im Sommer ist definitiv das Basilikum, das mittlerweile in zahlreichen Sorten, Farben und Aromen erhältlich ist. Besonders interessant sind Thai- und Zitronen-Basilikum mit ganz speziellen Würznoten. Leicht süß und nach Anis und Lakritze schmeckt das Thai-Basilikum. Aromatisch, mild, zitronig das Zitronenbasilikum - beide Arten sind vor allem in der Asia-Küche beliebt und werden immer erst am Ende der Garzeit zu den Gerichten zugefügt.

Wer sein Basilikum richtig erntet, hat länger etwas vom duftenden Grün. "Zu Beginn am besten nur die größten Blätter abzupfen und etwas später die obersten Triebe bis zu den nächsten Blattachseln schneiden" empfiehlt Marianne Brunmeir. So können neue Triebe in den Blattachseln nachwachsen. Die Stängel werden am besten mit einem scharfen Messer abgetrennt.

Basilikum ist das wohl empfindlichste Küchengrün unter den Würzkräutern. Es ist ein Sonnen- aber kein Hitzeliebhaber. Am besten also einen sonnigen, halbschattigen Standort ohne Zugluft wählen, der nicht den gesamten Tag der prallen Hitze ausgesetzt ist. Es sollte keinesfalls zu nass sein und bei Trockenheit werden die Blätter rasch welk (stehen jedoch nach dem Gießen wieder auf).  


Pimpinelle, Oswegokraut - schon davon gehört?

Neben Kräuterklassikern werden bei Marianne Brunnmeir in Stroheim auch seltenere Kräuter kultiviert. Zum Beispiel:

  • Pimpinelle
  • Ysop
  • Oswegokraut
  • Schnittknoblauch

Die Pimpinelle beispielsweise hat leicht bittere, aber auch würzige Komponenten und liefert wertvolles Vitamin C. Sie ist geschmacklich eher mild und gurkenähnlich und daher im Sommer besonders erfrischend in Topfenaufstrichen, Sommerbowlen und ideal zum Ansetzen von Kräuteressig geeignet.

Das Oswegokraut (oder Pfefferkraut) überrascht nicht nur mit dekorativen Blüten in kräftigen Farben, sondern ist geschmacklich eine Mischung aus Thymian und Oregano - also das Pizzakraut schlechthin.

Ähnlich wie Bärlauch kann auch der Schnittknoblauch ganz vielfältig für Suppen, Salate und Soßen verwendet werden. Am besten ganz frisch ernten und direkt verbrauchen. Bei der Ernte sollten immer einige Blätter stehen bleiben, so kommt die Zwiebelpflanze dann auch im nächsten Jahr wieder.

Die besonderen Kräfte des Ysop waren bereits Hildegrad von Bingen bekannt. Das beliebte Suppenkraut ist angeblich u.a. gegen übermäßiges Schwitzen wirksam (auch Wechselbeschwerden) und soll in kleinen Mengen, vorzugsweise gekocht verwendet werden. Es ist ein ideales Gewürz für Fleisch und etwas deftigere Speisen und passt besonders gut zu Huhn. 


Ein- oder mehrjährige Kräuter, das ist die Frage

Bei Kräutern unterscheidet man grundsätzlich zwischen einjährigen & mehrjährigen Kräutern. 

Die einjährige Pflanze Dill zum Beispiel, zählt zu den meistangebauten Gewürzen im deutschsprachigen Raum und wird vor allem zur Verfeinerung von Gurken- und Fischgerichten verwendet. Dill bevorzugt einen geschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort, der windgeschützt ist und gedeiht zwischen Gurken, Salaten, Kohl oder in Mischkultur mit Wurzelgemüse besonders gut. Kommt der Dill aber im Topf, so lässt man ihn am besten in einem Topf. Er mag es nicht, ausgepflanzt zu werden. 

Bei Koriander gehen die Meinungen stark auseinander. Die einen lieben ihn, die anderen können Koriander gar nicht schmecken. Auch Koriander ist eine einjährige Pflanze und wird vor allem bei asiatischen & orientalischen Gerichten verwendet. Er mag es sonnig bis halbschattig. Wichtig ist ein windgeschützter Platz mit nährstoffreichen und lockerem Boden.


Rucola, im deutschen auch Rauke genannt, ist eine der beliebtesten Salatpflanzen. Es gibt sowohl einjährige als auch mehrjährige Pflanzen. Als Rucola werden verschiedene Pflanzenarten aus der Familie der Kreuzblütengewächse bezeichnet. Sie bevorzugen einen sandig-lehmigen Boden in sonniger Lage und vermehrt sich stark. Achte beim Anbau deshalb darauf, dass du rundherum genug Platz freilässt. Die jungen Blätter eigenen sich gut für Salate oder Pesto. Ältere Blätter schmecken hingegen intensiv und scharf und werden daher eher als Würzkraut verwendet. Achtung die Blüten schmecken besonders bitter!

"Bei der Pflege der mehrjährigen Sorten empfehle ich generell im Frühling die Pflanzen etwas zurückzuschneiden und verholzte Teile zu entfernen", rät die Kräuterexpertin. Etwas Steinmehl als Dünger für Starkzehrer wie Petersilie, Schnittlauch und Schnittknoblauch ist immer ein guter Tipp. Die mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Oregano, Thymian und Co sind hingegen generell sehr anspruchslos - wichtig für die "Südländer" ist ein eher durchlässiger, sandiger Boden und sonniger Standort.

Im Normalfall lassen sich die mehrjährigen Kräuter auch gut überwintern so zum Beispiel Liebstöckel welcher umgangssprachlich auch als Maggikraut bekannt ist. Zum Überwintern empfiehlt Marianne Brunmeir "Kräutern im Topf müssen unbedingt gut geschützt werden".
Liebstöckel ist übrigens ein aromatisch sehr feines Gewürz für Suppen und Pilzgerichte aller Art. 


Essbare Blüten

Wieder neu entdeckt, werden Blüten für die Küche - dabei war es früher ganz üblich, sich aus dem Kuchl- oder Bauerngarten auch der Blüten zu bedienen. Mit dem "Safran für arme Leute", den Ringelblumen, wurden zum Beispiel Soßen, Suppen und Butter gelb gefärbt. 

Die Ringelblume, Gewürztagetes und die Kapuzinerkresse bringen eine leuchtend gelb-orange Farbe in die Küche und eignen sich hervorragend für das Beimischen zu Blattsalaten oder pikant-würzigen Gerichten, als Suppendekoration oder für Aufstriche.

Beim Borretsch ist der Name Programm. Aufgrund seines gurkenähnlichen Geschmacks ist er auch landläufig als "Gurkenkraut" bekannt. Er passt vor allem zu herzhaften Gerichten, zum Abrunden von Soßen und seine sternförmigen Blüten eignen sich als wunderschöne Dekoration für Frischkäse, Kräuterbutter, Eis und Torten.

Dekotipp

Kapuzinerkresse verwendet Birgit Achleitner aus unserem Bio-Kulinarium am liebsten. Sie eignet sich ideal zur Dekoration wie zum Beispiel bei den Gebackenen Süßkartoffeln sowie in Kräuterdips und verleiht jedem Gericht sowohl optisch wie auch geschmacklichen das gewisse Extra. 

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