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Bio-Heumilch – ein LEBENsmittel mit Seltenheitswert

Gesund, nachhaltig und regional

13.10.2021

Nur ca. 6 % der in Österreich hergestellten Milch ist Bio-Heumilch. Damit zählt Bio-Heumilch zu den Nischenprodukten in Österreich und ist eine echte Spezialität. Woran das liegt? Die Richtlinien zur Herstellung von Heumilch (auch in der konventionellen Landwirtschaft) sind deutlich strenger als bei klassischer Milch, dazu kommen dann die ohnehin strengeren Bio-Richtlinien. Umso mehr freut es uns, nach langer Suche mit dem Loisnhof aus dem nahegelegenen Mühlviertler einen Bio-Partner gefunden zu haben, der für uns Bio-Heumilch in Mehrwegflaschen abfüllt. Mehr zum Loisnhof findest du hier
 

Was ist das Besondere an Heumilch?

Heumilch ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Sie zeichnet sich vor allem durch die Fütterung aus. Im Gegensatz zur klassischen Milchwirtschaft werden Heumilch-Kühe ohne Einsatz von Silage (vergorenes Gras oder vergorener Mais – ähnlich Sauerkraut) und gentechnisch veränderten Futter gefüttert. Die Fütterung der Kühe erfolgt bei der Heumilch-Wirtschaft angepasst an die Jahreszeiten – im Sommer bekommen die Kühe frisches Gras direkt von der Weide und im Winter Heu. Im Gegensatz zu Begriffen wie „Weidemilch“ „regional“ oder „artgerechte Tierhaltung“ ist die Bezeichnung „Heumilch“ EU-weit seit 2016 als „garantiert traditionelle Spezialität“ geschützt. Ein besonderer Schutz, der die traditionelle Herstellungsmethode von Heumilch sichert.


Das EU-Siegel ist bei uns aber nur ein Mindeststandard – in Österreich hat das Heumilch-Regulativ einen wesentlich strengeren Standard für die Heumilch definiert, den die ARGE Heumilch (Arbeitsgemeinschaft Heumilch Österreich) mit einer Zertifizierung der Betriebe absichert. Details zu den Kriterien findest du auf der ARGE Heumilch Website.

Der Schutz der Bezeichnung „Heumilch“ geht aber über die Fütterung der Tiere hinaus. So ist der Einsatz von chemischen Hilfsstoffen (Insektizide, Pflanzenschutzmitteln, Desinfektionsmittel zur Reinigung der Euter) zwar nicht untersagt, aber beschränkt und der Erhalt von Grünflächen sowie der Bewirtschaftung von Biodiversitätsflächen zur Förderung der Artenvielfalt wird durch die ARGE geregelt. Heumilch ist zudem immer gentechnikfrei und kann im Vergleich zu herkömmlicher Milch als „nachhaltigere“ Milch bezeichnet werden. Die Bewegungsmöglichkeit ist für Heumilchkühe ein wesentlicher Punkt – sie müssen mindestens 120 Tage Auslauf oder Weide zur Verfügung haben. Dennoch ist zu beachten, dass Heumilch nicht zwingend BIO-Qualität bedeutet.

Bio-Heumilch vs. Heumilch - Was ist der Unterschied?

Zur Herstellung von Bio-Heumilch müssen neben den Richtlinien der ARGE zusätzlich die deutlich strengeren Bio-Richtlinien erfüllt werden. Viele Bio-Bauern – wie auch wir als Biohof Achleitner oder unser Milch-Partner der Loisnhof – haben sich einem Bio-Verband angeschlossen und sind zusätzlich nach dessen Kriterien biozertifiziert. In Österreich ist der wohl bekannteste und größte Bio-Verband die Bio-Austria. Als Verband hat sich die Bio-Austria mit ihren Mitgliedern selbst strengere Richtlinien auferlegt, um über dem EU-Bio-Standard hinaus Lebensmittel herzustellen.

Im Wesentlichen unterscheidet sich Bio-Heumilch von konventioneller Heumilch in folgenden Punkten:

  • Kein Einsatz von chemischen Hilfsstoffen und mineralischen Düngern

  • Größerer Fokus auf das Tierwohl durch deutlich mehr Stall- und Weidefläche pro Tier

  • Genaue Aufzeichnung über medizinische Behandlungen bei den Tieren und doppelt so lange Wartezeiten nach Medikamenteneinnahmen, um Rückstände in der Milch sicher auszuschließen

  • Max. 25 % biologisches Kraftfutter ganz nach dem Motto „Feed no Food“

  • Du möchtest mehr darüber erfahren? Dann schau doch bei unserem Video (siehe unten) vorbei. Bio-Heumilchbauer Christian erklärt dir den Unterschied nochmals im Detail. 

In der Bio-Heumilchwirtschaft wird Milch, mit lokal verfügbaren, natürlichen Ressourcen gewonnen – die Bio-Bäuerinnen und Bauern denken hier in Kreisläufen mit der Natur. Der Schutz der Artenvielfalt und des Bodens durch Verzicht auf Chemie und Mineraldünger, Nachhaltigkeit und Tierwohl sind also eng mit Bio-Heumilch verbunden.

Du möchtest mehr zum Thema Artenvielfalt in Österreich erfahren und wissen warum gerade diese geschützt gehört? Dann schau doch einmal bei unserem Beitrag „Artenvielfalt in Österreich“ vorbei.


Kann Milch nachhaltig sein?

Gerade in den letzten Jahren hat der Ruf der Milchindustrie stark gelitten und das Sortiment an Pflanzendrinks und Milchalternativen stark zugenommen. Aber sind Kühe wirklich so klimaschädigend, wie ihr Ruf voraussagt und könnten wir in Österreich auf die Milchwirtschaft verzichten? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen.

Milch ist nicht gleich Milch

Bei der Vorverurteilung der Milch- bzw. Rinderwirtschaft im Allgemeinen gilt ein besonderes Augenmerk der verschiedenen Haltungsformen und Praktiken. Die Heumilch-Wirtschaft ist hier eine Nische die im Gegensatz zur konventionellen Milchwirtschaft auf keine große Zufuhr an Ressourcen (z.B. Kraftfutter in Form von Soja etc.) von außen angewiesen ist. Ganz im Gegenteil: Heumilch-Bauern arbeiten mit den regional verfügbaren, natürlichen Ressourcen. Zusätzlich werden mit der Heumilchwirtschaft meist Flächen bewirtschaftet, die keine Konkurrenz zum Ackerbau darstellen. 2/3 der bewirtschafteten Flächen in Österreich sind für den Ackerbau ungeeignet und müssen somit anderweitig bewirtschaftet werden, um einer Verwaldung oder Verödung des Landes vorzubeugen. Auf Almen und Steilhängen übernehmen die wichtige Aufgabe der Bewirtschaftung meist Kühe. Rinder wandeln, wie auch andere Wiederkäuer, Grasland für uns Menschen in hochwertige Lebensmittel um. Sie sorgen seit vielen Jahrhunderten so für den Erhalt der Kulturlandschaft bis in den Alpenraum hinein und sind zudem eine wichtige Existenzgrundlage für die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Österreich.

Ein paar Fakten: Knapp 70% der Heumilchbäuerinnen und -bauern bewirtschaften weniger als 20 Hektar Nutzfläche. Die durchschnittliche Herdengröße liegt bei 17 Tieren wobei ein Tier zwischen 12 – 18 Litern Milch am Tag gibt.


Heumilchkühe müssen keine Höchstleistungen erbringen

Kritik ist dort berechtigt, wo es um Höchstleistungen geht und Kühe durch enormem Kraftfuttermitteleinsatz unter Druck zu unnatürlichen „50 Litern pro Tag“ getrimmt werden.

Heumilch hingegen ist eine Milch-Wirtschaft, die die natürliche Lebensweise der Kuh unterstützt. Bei der Heumilch erfolgt die Fütterung angepasst an die Jahreszeiten und an die lokal verfügbaren Ressourcen. Von Frühjahr bis Herbst bekommen die Tiere frisches Gras und Kräuter direkt von den Weiden. In den Wintermonaten wird das geerntete Heu aus den Sommermonaten gefüttert.

Das wird auch am Loisnhof so gelebt – Familie Stöbich nutzt die eigenen Ackerflächen in Sarleinsbach für den Anbau von Bio-Braugerste und Bio-Schläglerroggen (eine alte Getreidesorte)  für eine nahegelegene Bäckerei. Einen Teil seines geringen Kraftfutterbedarfs bezieht Familie Stöbich von der benachbarten Bio-Hofbäckerei Mauracher. Getreidekleie, die dort als „Nebenprodukt“ anfällt, wird für die Kühe am Loisnhof genutzt.

So schließt sich der Kreislauf und es muss keine wertvolle Ackerfläche für Tierfutter verwendet werden.


Gesunde Fette für ein gesundes Leben

Beim Genuss der Bio-Heumilch schmeckt man nicht nur den Unterschied, geprägt durch die Gräser und Kräuter der Heumilchwiesen, sie ist auch deutlich gesünder als herkömmliche Milch. Eine Studie der BOKU bestätigt: Heumilch hat einen rund doppelt so hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren als Standardmilch und ist damit wertvoll für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Gut zu wissen

Unsere Bio-Heumilch vom Loisnhof bleibt so unbehandelt und naturbelassen wie möglich. Sie wird am Loisnhof ausschließlich schonend pasteurisiert, nicht aber homogenisiert. D.h. die Fettkügelchen werden nicht zerstört und sind in ihrer ursprünglichen Form vorhanden. Sie setzen sich oben als Rahmschicht ab – ein Gütezeichen für eine ursprüngliche Milch.

  • Biohof-Tipp: Bio-Heumilch am besten vor jeder Verwendung ein paar Mal schwenken, damit sich der Rahm wieder untermischt. Alternativ kannst du den Rahm auch mit einem Löffel abnehmen und als Kaffeesahne verwenden.

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